Wer von sichtbarer Sprache profitieren kann
Menschen mit Hörbeeinträchtigungen, Personen mit einer anderen Erstsprache oder Gäste an akustisch schwierigen Plätzen können von zusätzlichem Text profitieren. Welche Form hilft, ist individuell. Frage vorab nach Sprache, Sicht, Gerät und Unterstützungsbedarf.
Ein Smartphone ist keine Voraussetzung, die du allen Gästen unterstellen kannst. Biete bei Bedarf eine gut sichtbare gemeinsame Anzeige und persönliche Hilfe beim Zugang an. Plane Sitzplätze mit freier Sicht und kurze Wege zur Unterstützung.
Übersetzung ist nicht dasselbe wie barrierefreie Untertitel
Die W3C-Erläuterung zu Captions und Subtitles unterscheidet sprachgleiche Untertitel von Übersetzungen. Für einen vollständigen Zugang können außerdem Sprecherkennzeichnung und relevante Geräusche nötig sein.
Klausi übersetzt innerhalb eines Sprachpaars und zeigt den erkannten Originaltext im Gäste-Viewer auf Abruf. Quelle und Ziel müssen unterschiedliche Sprachen sein. Eine reine sprachgleiche Untertitel-Sitzung ist damit nicht der beschriebene Produktablauf. Versprich keine vollständige barrierefreie Untertitelung allein durch die Übersetzungsfunktion.
Automatische Texte brauchen eine Qualitätsentscheidung
Spracherkennung und Übersetzung können Wörter auslassen, Namen verwechseln oder den Sinn verändern. Die W3C empfiehlt, automatische Untertitel nicht ohne Prüfung als ausreichendes Zugangsangebot anzusehen. Entscheide deshalb vorab, ob professionelle Schriftdolmetscher, Gebärdensprachdolmetscher oder andere Hilfen nötig sind.
Teste mit typischen Inhalten und unter echten Bedingungen. Gute Mikrofonierung und geordnete Wortmeldungen verbessern die Ausgangslage. Sie ersetzen keine Prüfung der Anforderungen deiner Veranstaltung.
Lesbare Darstellung und gute Sicht schaffen
Nutze eine klare Schrift, ausreichend große Zeichen und einen hohen Kontrast. Prüfe das Ergebnis bei dem Licht, das während des Events verwendet wird. Kleine Bedienelemente auf deinem Laptop sind kein Maßstab für die Leinwand.
Platziere die Anzeige nahe am Geschehen. Prüfe seitliche Plätze, die letzte Reihe und Sitzplätze mit besonderem Zugangsbedarf. Vermeide unnötige Kopfbewegungen zwischen Bühne, Folien und Text. Ergänzend kann der Gästezugang per Link oder QR-Code helfen.
Anforderungen und Förderung vorab klären
Welche rechtlichen oder vertraglichen Anforderungen gelten, hängt von Angebot, Träger und Situation ab. Eine KI-Übersetzung ist kein pauschaler Nachweis der Barrierefreiheit. Kläre konkrete Vorgaben mit deinem Träger und bei Bedarf mit qualifizierter Beratung.
Sprich Kulturamt, Förderstelle oder Veranstaltungsort früh auf Unterstützung an. Beschreibe Maßnahmen, Kosten, Zielgruppe und Qualitätsprüfung. Prüfe aktuelle Programmbedingungen und Fristen, bevor du mit einer Förderung kalkulierst. Eine bestimmte Förderfähigkeit wird hier nicht zugesagt.
Checkliste für einen zugänglicheren Ablauf
Kommuniziere präzise, was du anbietest: etwa KI-Übersetzung als Text in einem bestimmten Sprachpaar. Nenne zusätzliche Hilfen und eine Kontaktperson für Fragen. Hole Rückmeldungen direkt von den Gästen ein.
- Bedarf an Übersetzung, Schriftdolmetschen und weiteren Hilfen getrennt erfragen.
- Anzeige und Tonweg vor Ort mit typischen Sätzen testen.
- Freie Sicht, lesbare Schrift und Hilfe beim Gästezugang sicherstellen.
- Mögliche Fehler der automatischen Ausgabe transparent benennen.
- Ausfallplan und verantwortliche Kontaktperson festlegen.
- Rückmeldungen dokumentieren und den nächsten Aufbau verbessern.
Klausi als Teil des Aufbaus testen
Die Produktseite zur Live-Übersetzung erklärt den Text- und Gästeablauf. Die Projektionstipps helfen beim Lesbarkeitstest. Entscheidend ist, dass das Gesamtangebot zum tatsächlichen Bedarf passt.
Bedarf in DACH konkret statt pauschal abfragen
Frage in der Einladung nach dem benötigten Zugangsangebot und nenne eine erreichbare Kontaktperson. Erkläre, ob du übersetzten KI-Text, professionelle Schriftdolmetschung oder andere Hilfen anbietest. Ein allgemeiner Hinweis auf Barrierefreiheit sagt darüber zu wenig aus.
Für ein Austauschprogramm können Sprachkenntnisse und Lesetempo entscheidend sein. Im Theater kommen Sicht zur Bühne und literarischer Inhalt hinzu. Prüfe das konkrete Angebot mit den betroffenen Gästen.


